Am 22.06.2022 berichtet die Zeitschrift FOCUS über eine grandiose Idee der EU-Abgeordnete der Grünen Jutta Paulus, aus Gießen. Spargelflächen in Deutschland sollen Ihrer Meinung nach umgebrochen werden, um darauf „wunderbare Nahrungsmittel“ zu produzieren. Wie sie zu dieser Aussage kommt, ist nicht nachvollziehbar. Oder ist dies tatsächlich ihre Art, gegen den drohenden Hunger in der Welt durch die Ukraine-Kriese anzukämpfen, oder geht es nur darum mit Polemik die von der praktischen Landwirtschaft als unsinnig erachteten ökologischen Strategien des EU-Parlaments unbedingt durchzudrücken? Denn der konservative Flügel im EU-Parlament drängt darauf die GAP-Reform auszusetzen bzw. deutlich aufzuweichen, wie z.B. die Aussetzung der Flächenstilllegung von 4% der landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Versucht Frau Paulus damit etwas zu kompensieren, was nicht kompensierbar ist (die Flächenstilllegung von 4% der landwirtschaftlich genutzten Flächen)? Der „Verlust“ von 4% bleibt trotz ihres Vorschlags bestehen. Deutschland hat ca. 14 Mio. ha landwirtschaftliche Nutzfläche (abnehmend – ca. 50 ha täglich), das bedeutet, dass auf ca. 560.000 ha in Deutschland jährlich keine Nahrungsmittel angebaut werden dürfen. Zu diesem Thema hat der Bauernverband schon genug Zahlen und Vorschläge veröffentlicht. Die Frage bleibt, möchte Frau Paulus diese 560.000 ha mit 22.000 ha ehemaliger Spargelfläche ersetzen? Hierfür wird die Spargelfläche allein nicht reichen. Dementsprechend müssten noch alle anderen Sonderkulturen, wie Erdbeeren, Äpfel, Kirschen usw. und auch die 125.000 ha Gemüseanbau dazukommen. Aber auch dann kommt sie nicht an die 4% ran und wie soll dann die regionale Versorgung Deutschlands mit frischem Obst und Gemüse weiter sichergestellt werden? Gerade dies ist doch eine wichtige Forderung der Grünen in der EU und im Bund. Bleiben also nur Kulturen, die wie Frau Paulus sagen würde „in einem sehr begrenzten Zeitraum“ ein „Luxus…“ wären. Wie wäre es mit dem Weinanbau, dem Hopfenbau? Reicht dann die Fläche? Das wären noch mal ca. 100.000 ha für den Wein und ca. 20.000 ha für den Hopfen. Wer den Spargel verbieten will, braucht nicht lange, um als nächstes den Weinbau und den Hopfenanbau zu verbieten. Dies würde zumindest zusätzlich in die Gesundheitsstrategie der EU-Grünen passen.

Zurück zum Spargel. Es ist richtig, dass der Spargel nur eine begrenzte Zeit im Jahr geerntet wird, das trifft aber für alle Kulturen zu. Richtiger wäre, dass der Spargel in einer begrenzten Zeit dem Verbraucher angeboten wird. Was von Frau Paulus nicht bedacht wird, die restliche Zeit hat der Spargel im Gegensatz zu Ackerkulturen, einen hohen ökologischen Nutzen für die die Insekten- und Tierwelt. Denn nach der Ernte darf der Spargel durchtreiben und beginnt zu blühen. Diese Blüte setzt sich bis zum Abmulchen im Herbst fort und bietet eben vor allem Bienen und Wildinsekten eine wertvolle Nahrungsgrundlage. Auch bleiben diese Flächen fast unberührt, so dass das Spargelkraut, bis 2 m hoch, vielen Tieren eine Deckung gibt und diese hier ihren Nachwuchs großzuziehen können.

Jetzt kann man noch den Satz „Man könnte auf diesen Böden auch wunderbar Nahrungsmittel anbauen, die vielleicht einer größeren Schicht der Bevölkerung zur Verfügung stehen“ genauer betrachten. Soll bedeuten, Spargel steht nur einer besonderen Schicht zur Verfügung. Nein, Spargel ist und bleibt das erste frische Gemüse im Jahr und ist preislich so strukturiert, dass er für jeden Geldbeutel erschwinglich ist.

Wenn Politiker polemische Aussagen treffen, die keiner fachlichen Grundlage entsprechen, die deutlich zeigen, wie weit sich diese von der Basis entfernt haben, dann schaden sie sich nicht nur selbst, sondern bringen damit auch Ihre Partei in Verruf. Wie sich solche Aussagen auf den Berufstand, in diesem Fall der Spargelanbauer auswirkt, die derzeit sowieso schon große Probleme haben, ist schwer absehbar.

Familienbetriebe mit regionalem handarbeitsintensivem Obst- und Gemüsebau werden durch Einkaufsverhalten des Handels und politischen Kostensteigerungen an die Wand gefahren.                                                            
Die Mindestlohnerhöhung wurde im Bundestag beschlossen, während aktuell in der Presse gelesen werden kann, dass Erdbeeren vor der Ernte vernichtet werden und Spargel auf dem Feld austreibt anstelle geerntet zu werden, da die Preissituation beim Verkauf über den Handel nicht auskömmlich ist und die Produktionskosten explodieren.

Diese Situation zeichnete sich schon seit Beginn der Saison ab, wie eine Umfrage des Netzwerks der Spargel- und Beerenverbände vom 10.  bis 16. Mai 2022 zeigt: Über 50 % der befragten Spargelerzeuger geben an, dass die Absatzsituation schlecht bis sehr schlecht ist, und knapp ein Fünftel geben an, dass die Absatzsituation im Vergleich zu einem Normaljahr als mittelmäßig einzustufen ist. Nur 7 % bewerten die Situation als gut und 1 % als sehr gut. 

Bei Erdbeeren wird die Absatzsituation von 30% der Erzeuger als schlecht bis sehr schlecht bewertet, während nur knapp 30 % die Absatzsituation als mittelmäßig bewerten. Der überwiegende Anteil der Spargel- und Erdbeererzeuger konnte die anvisierten Preise nicht realisieren.

Quelle: https://netzwerk-spargelbeeren.de/wp-content/uploads/2022/06/PM_Netzwerk_Entlastung_Betriebe_2022_06_03.pdf

Die Antwort eines Erzeugers auf die offene Frage, welche Maßnahmen außerdem erforderlich werden trifft es genau:

Trotz mieser Stimmung: Spargel und Erdbeeren aus Deutschland dürfen keine Ramschware werden. Auch wenn die Absatznot groß ist. Dann kann man gleich mit dem Anbau aufhören, wenn nicht mehr kostendeckend und lebenserhaltend für die bäuerlichen Erzeuger-Familien geschafft werden kann. Es wird eh Probleme geben, Hof-Nachfolger zu finden. Denn unser Dilemma spricht sich rum… Einige große Erzeuger werden überleben. Entweder weil sie durch eigene Preispolitik Mitbewerber weggebissen haben, weil Mitbewerber freiwillig aufgegeben haben, weil die teure Mechanisierung nur noch die Großen bezahlen können etc. Alles hat seine Zeit… Möglicherweise ist der Zenit überschritten. Und das Thema geschickte Abwicklung wird in den Fokus rücken. Alle Erzeuger müssen sich ehrlich machen. Was muten wir uns zu? Was tun wir uns an? Was macht betriebswirtschaftlich und nervlich (noch) Sinn? Gerade weil wir unsere Produkte lieben.“

Das sind alarmierende Fakten, die ein sofortiges Handeln erforderlich machen.
Die Betriebe reagieren mit Flächenreduktion und Konzentration auf die Direktvermarktung.
Doch das kann nicht die einzige Lösung und das Ziel sein. Denn die Konsequenz wird sein, dass der allergrößte Anteil der Kunden dann nur noch klimaschädliche Billigimporte aus Südeuropa und aus Drittsaaten im Supermarkt kaufen können.

Das widerspricht den artikulierten Zielen der Politik: Regionale Produktion von hochwertigen Lebensmitteln zu fairen Konditionen, die emissionsarm von vielfältigen Familienbetrieben erzeugt werden.

Bei der noch länger anhaltenden Inflation und damit schwächeren Kaufkraft, der massiven Bevorzugung von Billigimporten durch den Handel und Konsumenten, der politischen Unsicherheit und der Kostenspirale bei den Erzeugern wird sich der Trend zur Betriebsaufgabe und Flächenreduktion in Deutschland weiter stark beschleunigen.

Es ist Zeit, die Realitäten des Marktes anzuerkennen und zu agieren, anstelle ideologisch motivierte Ziele ohne breiten gesellschaftlichen Rückhalt durchzusetzen, die oft das Gegenteil des angestrebten Ergebnisses zur Konsequenz haben. 

Dieser Trend kann politisch verlangsamt und abgefedert werden, indem die Betriebe in die Lage versetzt werden, wettbewerbsfähig und unabhängig zu werden.
Die Politik hat entscheidende Hebel in der Hand, denn zahlreiche Belastungen sind das Ergebnis politisch gesteuerter Maßnahmen.

Wenn Sie eine regionale Produktion in Deutschland aufrechterhalten möchten, fordern wir Sie auf, folgende Maßnahmen umzusetzen:

  • Entbürokratisierung und Risikoreduktion durch Vereinfachung der Bewertung der Berufsmäßigkeit bei der kurzfristigen Beschäftigung, indem nur die Dauer und die Höhe des Einkommens als Kriterium herangezogen werden.
  • Forderung an den Handel, der eine Mindestquote von in Deutschland erzeugtem Obst und Gemüse regelt, sobald in der Saison deren Verfügbarkeit vorliegt.
  • Verbot zur Doppelkennzeichnung bei Produktwerbung bzgl. der Herkunft bei Obst und Gemüse, sofern erkennbare Produktionskostenunterschiede vorliegen. (z.B. Deutsch/Spanisch)
  • Öffentlich finanzierte Werbung und Imageverbesserung für heimisch erzeugte gärtnerische und landwirtschaftliche Produkte.
  • Kennzeichnungspflicht der Herkunft bei verarbeiteter Ware bzgl. der Hauptbestandteile, die aus landwirtschaftlicher Produktion stammen.
  • Weitere Entlastung der Verbraucherinnen und Verbraucher, um zu gewährleisten, dass sie sich gesunde, regional erzeugte Lebensmittel leisten können.
  • Steuerentlastung, die den Wegfall der Mehrwertsteuerpauschalierung ausgleicht.
  • Kostenreduktion für Betriebe durch Einfrieren des aktuellen Mindestlohns bis Ende der außergewöhnlichen Inflationsphase

Regionalität im Handel reines Lippenbekenntnis – Importe während der Saison drücken Preise und Absatz

„Wir sind ernüchtert und enttäuscht. Mit Corona, dem Krieg in der Ukraine und der Klimakrise dachten wir, es sollte nun jedem klar geworden sein, wie wichtig die Produktion von Lebensmitteln im eigenen Land ist. Weit gefehlt, der Handel hält bis mitten in die Saison hinein neben dem heimischen Spargel Importware zu Spottpreisen in seinen Regalen. Kaum besser ergeht es den Erdbeeren. Man importiert Bio-Ware aus weiter Entfernung und lässt den heimischen Anbau gegen die Wand fahren, wohlwissend, dass dies die Existenz der Landwirte gefährdet, und Regionalität und Saisonalität eine Menge CO2 einsparen und das Klima schonen“, erklärt Simon Schumacher, Vorstand im Netzwerk der Spargel- und Beerenverbände e.V., bitter.

Es sind noch knapp sechs Wochen sind es bis zum Ende der Spargelsaison am 24. Juni. Beste Spargel-Qualitäten und eine gute Ernte, doch diese Spargelsaison ist bisher nicht zufriedenstellend. Auch die von Verbrauchern herbeigesehnte Erdbeersaison hat gleichsam einen schweren Start. Denn der Handel behielt die Importe von Spargel und Erdbeeren bis Mitte Mai bei, was den Preis für heimische Ware stark drückte. Andererseits sorgten teilweise überzogene Preise des Handels für regionalen Spargel und regionale Erdbeeren, d.h. hohe Margen für den Handel, für großen Unmut bei den Käufern und Käuferinnen, die sich übervorteilt fühlten.

Warum kann Importspargel und Importerdbeeren in Deutschland günstiger angeboten werden? Da sind vor allem die Löhne ein Thema. In Italien gibt es keinen Mindestlohn. In Spanien liegt der Mindestlohn bei 6,06 Euro pro Stunde, in Griechenland gar bei 3,83 Euro pro Stunde und in Ungarn liegt er bei 3,21 pro Stunde. Mit aktuell 9,82 Euro pro Stunde liegt Deutschland hier schon mehr als das 1,5- bis 2,5-Fache höher.

Waren die Preise zu Ostern noch auf einem guten Preisniveau gingen sie, laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI), nach Ostern auf allen Handelsebenen deutlich zurück und es entstand ein Überangebot. Hier zeigte sich die Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels sehr deutlich. Laut AMI waren 2021 April und Mai die Monate mit den stärksten Importen von Spargel, vor allem Grünspargel. 2022 liefen in der Kalenderwoche 19 (Mitte Mai) immer noch Angebote im Lebendmitteleinzelhandel für Importspargel. 10 von insgesamt 60 Werbeanstößen entfielen auf Importe, das meiste davon war grüner Spargel.

Zudem waren – bedingt durch die Inflation und die Unsicherheit angesichts der Weltlage – Liebhaberinnen und Liebhaber von Spargel und Erdbeeren aus der Region in dieser Saison bisher zurückhaltender als erwartet. Weswegen die Nachfrage nach Spargel nur zu und an den Ostertagen sehr zufriedenstellend und am Muttertag gut war. Die Nachfrage nach regionalen Erdbeeren war verhalten und nimmt nun erst mit den warmen Tagen zu.

Absatz und angemessene Preise: Direktvermarktung gewinnt – Handel verliert

Eine Umfrage des Netzwerks der Spargel- und Beerenanbauer e. V., die vom 10. bis 16. Mai 2022 stattfand und an der 274 Betriebe teilnahmen. Zusammengefasst ergab sich folgendes Bild: 51% der Befragten geben an, dass die Absatzsituation im Handel schlecht bis sehr schlecht im Vergleich zu einem durchschnittlichen Jahr ist. Der Rest bewertet dies mit mittelmäßig bis sehr gut. Auch in der Gastronomie läuft es nur für 42% der Betriebe gut bis sehr gut.

Die Direktvermarktung wird zu knapp einem Viertel der Befragten (23%) als gut bis sehr gut bewertet und mehr als die Hälfte der Befragten (53%) geben an, dass der Verkauf mittelmäßig verläuft. Das letzte Viertel (24%) bewertet den Verkauf über die Direktvermarkter als schlecht bis sehr schlecht.

Weitere, detaillierte Ergebnisse zur Umfrage, finden Sie in der Pressemitteilung im Pressebereich.

Die große Frage nach dem Wie bei 12 Euro Mindestlohn

Die aktuelle Situation gibt den Spargel- und Erdbeerproduzenten schon einen bitteren Vorschmack auf das, was sie 2023 mit 12 Euro Mindeststundenlohn erwartet. „Die Anbauer und Anbauerinnen bezahlen gerne 12 Euro Stundenlohn, aber dieser setzt faire Preise voraus. Aktuell zeigt sich deutlich, dass die heimische Produktion nicht entsprechend geschätzt und entlohnt wird. In der Branche wird der Unmut immer größer. Denn die Anforderungen wachsen, die Produktionskosten steigen, der Druck auf die Preise wird größer. Wenn sich die Preise nicht entsprechend des Mindestlohns anpassen, wird das die Existenz vieler Betriebe kosten“, betont Fred Eickhorst, Vorstand im Netzwerk der Spargel- und Beerenverbände e.V.

Sie wollen ukrainische Flüchtlinge beschäftigen?

Grundsätzlich ist eine Beschäftigung von ukrainischen Flüchtlingen möglich. Hierzu gibt die Minijob-Zentrale Auskunft: Minijob-Zentrale – Startseite – Ukraine-Geflüchtete können einen Minijob ausüben.

Weitere Informationen, speziell für Ihren Betrieb, können Sie auch direkt mit dem Betriebsprüfdienst der DRV (Deutsche Rentenversicherung) besprechen.

Soweit möglich, können auch Ihre Regionalverbände verschiedene Auskünfte erteilen.

EU-Richtline 2001/55/EG (sogenannte Massenzustrom-Richtlinie)

2001 wurde in der EU die EU-Richtline 2001/55/EG (sogenannte Massenzustrom-Richtlinie) verabschiedet. Am 03.03.2022 beschloss der EU-Rat, dass diese Richtlinie zu Anwendung kommen soll. In Deutschland ist die nationale Umsetzung über den §24 des „Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet“, kurz Aufenthaltsgesetz (AufenthG) geregelt.

Kurz zusammengefasst regelt sie folgendes:

Diese Richtlinie richtet eine Sonderregelung ein im Falle eines Massenzustroms ausländischer Staatsangehöriger in die Europäische Union (EU), die nicht in ihr Land zurückkehren können, insbesondere wegen Krieg, Gewalt oder Verletzungen der Menschenrechte. Die Rechtsvorschriften sehen einen sofortigen, vorübergehenden Schutz für diese Vertriebenen vor und stellen eine ausgewogene Verteilung der Belastungen, die mit der Aufnahme dieser Personen und den Folgen dieser Aufnahme verbunden sind, auf die Mitgliedstaaten sicher.“ (Quelle: https://www.adenauercampus.de/documents/12411/1471531/Richtlinien-und-Verordnungen_Planspiel-Magnet-Europa.pdf/7e076074-dbbb-1d88-15f1-c7b27389eacc)

Was muss in den EU-Länder entsprechend der Verordnung umsetzt werden?

Den Flüchtlingen, die einen vorübergehenden Schutz genießen, ist für die gesamte Dauer ein Aufenthaltstitel auszustellen. Falls nötig muss den Geflüchteten die Möglichkeit gegeben werden, die notwendigen Visa mit auf ein Mindestmaß begrenzten Förmlichkeiten und auf einen Mindestbetrag herabgesetzten Kosten zu erlangen.

Geflüchteten aus der Ukraine wird aktuell eine unbürokratische Einreise ermöglicht (mit biometrischem Pass ohne Visum; ohne biometrischen Pass Einreise mit Visum, wird aber aus humanitären Gründen auch ausnahmsweise so gewährleistet)

Flüchtlinge, die vorübergehenden Schutz genießen, erhalten:

  1. das Recht, eine abhängige oder selbständige Erwerbstätigkeit auszuüben, an Bildungsangeboten für Erwachsene, an beruflicher Fortbildung und an praktischen Erfahrungen am Arbeitsplatz teilzunehmen
  2. das Recht auf eine angemessene Unterkunft
  3. das Recht auf notwendige Hilfe in Form von Sozialleistungen und Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts sowie im Hinblick auf die medizinische Versorgung, sofern sie nicht über ausreichende Mittel verfügen
  4. das Recht auf Zugang zum Bildungssystem in gleicher Weise wie die Staatsangehörigen des Aufnahmemitgliedstaats, wenn die Personen, die vorübergehenden Schutz genießen, unter 18 Jahre alt.

Achtung: Geflüchteten Menschen die Sozialleistungen empfangen, können nicht kurzfristig sozialversicherungsfrei beschäftigt werden. Sozialleistungsempfänger üben eine Tätigkeit in Deutschland immer berufsmäßig aus.

Situation für Praktikanten und Erntehelfer/innen aus der Ukraine

Ukrainische Staatsangehörige, die visumfrei für einen Kurzaufenthalt nach Deutschland eingereist sind, können nach Ablauf der 90 Tage eine Aufenthaltserlaubnis für einen weiteren Aufenthalt von 90 Tagen einholen (Bitte für die Beantragung an die für ihren Aufenthaltsort zuständige Ausländerbehörde wenden).

Weitere Informationen unter: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/faqs/DE/themen/ministerium/ukraine-krieg/faq-liste-ukraine-krieg.html

FAQ zur Einreise und Aufenthalt in Deutschland für Flüchtlinge aus der Ukraine

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat auf seiner Webseite einen FAQ-Katalog veröffentlicht, in welchem viele für Flüchtlinge wichtige Fragen beantwortet werden. Dieser Fragenkatalog kann aber auch für diejenigen interessant sein, die Flüchtlinge aufnehmen, um ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Es werden Fragen (auch in russischer und ukrainischer Sprache) beantwortet wie:

  • Wie kann der Aufenthalt in Deutschland nach Ablauf des Visums verlängert werden?
  • Können ukrainische Staatsangehörige ohne Visum von Polen nach Deutschland weiterreisen?
  • Gibt es Aufnahmeprogramme für ukrainische Staatsangehörige und/oder ihre Kinder?
  • Was passiert nach der Einreise? Wo kann ich mich in Deutschland anmelden und wo er-halte ich Unterkunft und Verpflegung?
  • Können bzw. müssen flüchtende Menschen aus der Ukraine Asyl beantragen?
  • Wie wirkt sich die Stellung eines Asylantrags auf meinen weiteren Aufenthalt aus?
  • Wie wirkt sich die aktuelle Situation auf russische Staatsangehörige aus (z.B. Studentinnen und Studenten)?

BAMF – Bundesamt für Migration und Flüchtlinge – Infothek – Fragen und Antworten zur Einreise aus der Ukraine und zum Aufenthalt in Deutschland

faq_BAMF_ukraine.pdf; faq_BAMF_ukraine_ukr.pdf; faq_BAMF_ukraine_ru.pdf

Prognose: schlechtere Arbeitskräfteverfügbarkeit, Reduktion des Anbaus und starker Anstieg der Verbraucherpreise

Leverkusen, 21. Dezember 2021. Für eine differenziertere Einschätzung der aktuellen Situation, hat das Netzwerk der Spargel- und Beerenverbände e.V. vom 30. November bis 10. Dezember 2021 eine Umfrage mit den genannten Themenschwerpunkten unter rund 1.300 Spargel- und Beerenbetriebe deutschlandweit durchgeführt. 325 Betriebe nahmen an der Umfrage teil.

Ein wichtiger Themenschwerpunkt beschäftigte sich mit den Folgen einer sprunghaften Anhebung des Mindestlohns auf 12 €/h für die handarbeitsintensiven Spargel- und Beerenbetriebe und in Konsequenz für den Anbau an sich. An erster Stelle sehen die Betriebe die Konzentration auf die Direktvermarktung – beim Spargel 47 %, bei Erdbeeren 39 % und im Beerenanbau 25 %. Des Weiteren gehen die spargelproduzierenden Betriebe mit 41 %, bei Erdbeeren 37 % und bei Beeren 23%, von einer Verschiebung erforderlicher Investitionen aus. Eine generelle Reduktion des Anbaus von Spargel gaben 37 % bzw. von Erdbeeren 33% der Produzenten an. Bei den Beerenbetrieben würden 22% eine zunehmende Investition in Mechanisierung sehen. Passend zur Konzentration auf die Direktvermarktung würden die Betriebe im Mittel rund 33 % der Gesamtanbaufläche für die Produktion für den Handel reduzieren.

Die Folgen der sprunghaften Erhöhung des Mindestlohns auf 12 EURO auf die Beschäftigung von Saisonarbeitskräften war der zweite Themenschwerpunkt. Eine Verbesserung bei der Verfügbarkeit sehen hier nur wenige Betriebe. Nur 29 % der Betriebe nehmen an, dass ein höherer Lohn ein Anreiz für ausländische Arbeitskräften sei, in der saisonalen Ernte zu arbeiten und nur 2 % sehen dies für inländische Saisonarbeitskräfte. Durch die Lohnsteigerung, so 76 % der befragten Betriebe, können nur noch sehr leistungsstarke Erntehelfer und Erntehelferinnen beschäftigt werden. Damit würde sich die Arbeitskräfteverfügbarkeit verschlechtern. Das Beschäftigten mit zu geringer Leistung bei 12 Euro Mindeststundenlohn nicht mehr beschäftigen können, gaben im Mittel 41 %. Das jetzt schnelle Erreichen des Ziel-Lohns geht mit einer vorzeitigen Kündigung der Saisonarbeitskräfte einher, dass sehen 63 % der Betriebe als neues Problem auf sie zukommen. Gerade mal 3 % der Betriebe gaben an, dass sie die Lohnsteigerung durch höhere Preise im Handel kompensieren könnten. Ein Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde würde eine Kostensteigerung von 1,12 – 1,34 Euro pro Kilo Erdbeeren und 1,34 – 1,70 Euro pro Kilo Spargel nach sich ziehen, so die Berechnungen der befragten Betriebe.

Die 3G-Regel am Arbeitsplatz, vor allem für ausländische Saisonarbeitskräfte in den Betrieben stellt diese vor große Herausforderungen und war ein weiterer Themenschwerpunkt. Hier gehen 79 % der Betriebe davon aus, dass ungeimpfte Personen bei 3G-Regel am Arbeitsplatz nicht anreisen werden. Von einer vollständigen Kostenübernahme der Mitarbeitertests durch den Betrieb, im Falle der 3G-Regel für Saisonarbeitskräfte am Arbeitsplatz, gehen 77 % der Betriebe aus, 75 % rechnen damit, dass sie Test- und Impfverweigerer entlassen werden müssen. Nur 24 % der Betriebe gehen davon aus, dass sich viele Arbeitskräfte aufgrund dieser Vorgaben nun doch impfen lassen und die Arbeit in Deutschland aufnehmen werden. Trotz des höheren Aufwands bei ungeimpften Arbeitskräften wünschen sich nur 47 % der Betriebe eine Impfpflicht für Erntehelfer und Erntehelferinnen. Das eine Impfpflicht die Arbeitskräfte davon abhalten würde, zur Ernte nach Deutschland zu kommen, davon gehen 36 % der Betriebe aus.

Letzter Themenschwerpunkt waren die enormen Kostensteigerungen bei Rohstoffen. Aufgrund steigender Energiekosten sowie Rohstoffknappheit durch Lieferkettenschwierigkeiten sehen Spargel- und Beerenproduzenten kommendes Jahr erhebliche Kostensteigerungen auf sie zu kommen. Einen extremen Ausreißer nach oben sehen sie bei Düngemitteln mit 86 %, gefolgt von Treibstoffen mit 30 % und Kunststoffprodukten (Folien, Vliese, Verpackungen) um die 20 %.

Mehr Informationen finden Sie im Pressebereich und zum Download.

Frank Saalfeld, Geschäftsführer

Im März 2022 hat sich das Netzwerk weiter vergrößert. Mit dem Landesverband Obstbau Westfalen-Lippe und dem Arbeitskreis Spargel Schleswig-Holstein e.V. haben wir zwei neue Mitglieder aufgenommen.

Stefan Kraege, Vorsitzender im Landesverband Obstbau Westfalen-Lippe, der ca. 160 Betriebe vertritt, betont: „Die Mitgliedschaft ist uns besonders wichtig, werden doch im Netzwerk viele Aktionen gebündelt, die berufsständige Arbeit vorangetrieben und wir können von den Vorteilen der Mitgliedschaft in vielen Bereichen profitieren.“ Bernd Möllers, Geschäftsführer des Verbandes, sagte: „Die Zusammenarbeit mit dem Netzwerk der Spargel- und Beerenverbände e.V. stand schon seit längerem auf der Agenda. Jetzt hat die Mitgliederversammlung zugestimmt und wir freuen uns auf die intensive Zusammenarbeit“.

Auch Thomas Hanf, Vorstandsmitglied im Arbeitskreises Spargel Schleswig-Holstein e.V. mit ca. 40 Betrieben entlang der Spargelstraße Schleswig-Holstein, brauchte im Verband nicht lange fragen, „… viele unserer Mitglieder äußerten sich sehr positiv zu einer Mitgliedschaft. Sie versprechen sich viel von der Zusammenarbeit, denn hier können sie nur profitieren.“ Andreas Löding, im vergangenen Jahr neu gewählter Vorstandsvorsitzender, sieht dies ähnlich, „Einen Austausch auf Verbandsebene gab es schon immer. Wir sind als Arbeitskreis Spargel Schleswig-Holstein e.V. mit voller Überzeugung dem Netzwerk beigetreten. Egal ob Corona-Krise oder Mindestlohn. Die letzten Jahre haben deutlich gezeigt, wie wichtig es ist, dass die Branche bundesweit mit einer Stimme spricht. um unsere Interessen kraftvoll zu vertreten. Im Bereich einheitlicher Formulare und Verträge profitiert zudem jeder einzelne Betrieb in der täglichen Arbeit vom Netzwerk. Das kann ein kleinerer Verband nicht bieten.“

Herzlich Willkommen im Netzwerk der Spargel- und Beerenverbände e.V.!

Antworten der Parteien zu den Wahlprüfsteinen des Netzwerkes zur Bundstagswahl 2021

  1. Die landwirtschaftlichen Sonderkulturen sind auf ausländische Erntehelferinnen und Erntehelfer angewiesen. Was werden CDU/CSU in der kommenden Legislaturperiode tun, um den Zugang zu Arbeitskräften auch aus dem Nicht-EU-Ausland zu gewährleisten?

Antwort:

Ziel von CDU und CSU ist es, den Gemüse- und Obstbau in Deutschland zu sichern und die Betriebe in ihrer Leistungsfähigkeit zu stärken. Obwohl der Konsum von Obst und Gemüse, gerade von Spargel und Beerenobst, steigt und die Verbraucher Wert auf regionale Erzeugung legen, beträgt der Selbstversorgungsgrad in Deutschland bei Gemüse nur ca. 35 Prozent und bei Obst nur 16 Prozent. Ein wesentlicher Faktor ist der Zugang zu Arbeitskräften, insbesondere geeigneten und leistungsfähigen Saisonarbeitskräften, die in der EU immer knapper werden. Deshalb hat die unionsgeführte Bundesregierung bereits 2017 die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen, um zukünftig auch Saisonarbeitskräfte aus bestimmten Drittstaaten beschäftigen zu können. Dafür sind entsprechende Vermittlungsabsprachen zwischen Deutschland (Bundesagentur für Arbeit) und dem Drittstaat erforderlich. Das ist für die Erntesaison 2021 – trotz Pandemie – mit Georgien gelungen. 5.000 Saisonarbeitskräfte konnten von dort nach Deutschland kommen. Wir wollen weitere Kooperationen mit geeigneten Ländern außerhalb der EU voranbringen.

  1. Sowohl der bisherige Mindestlohn, als auch die Arbeit der Mindestlohnkommission werden von unterschiedlichen politischen Seiten attackiert. Welche Pläne haben CDU/CSU in der kommenden Legislaturperiode zum Mindestlohn?

Antwort:

CDU und CSU vertrauen der Mindestlohnkommission, in der die Sozialpartnerpartner (Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter) gemeinsam die zukünftige Höhe des Mindestlohns unabhängig von der Politik festlegen. CDU und CSU stehen zur Tarifautonomie und Sozialpartnerschaft und wollen nicht politisch in diesen Prozess eingreifen.

  1. Die 70-Tage Regelung bei der sozialversicherungsfreien Beschäftigung ist sehr wichtig für die Landwirtschaft. Während der Corona-Krise wurde sie unbürokratisch ausgeweitet (115/102 Tage), jetzt fordern einige Akteure diese Regelung ab 2022 auf unter 50-Tage zu drücken. Wie steht die Union hierzu?

Antwort:

In der letzten Legislaturperiode konnte die 50-Tage-Regelung befristet auf Wunsch von CDU und CSU auf 70 Tage angehoben werden. In dieser Legislaturperiode konnten wir die Regelung erfolgreich entfristen. Wir halten an dieser aktuellen, unbefristeten Regelung fest.

  1. Auf EU- und -Bundesebene werden Maßnahmen zur Plastikvermeidung angestrebt. Erntefolien sind bei den Sonderkulturen ein wichtiges Element, auch um z.B. den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren. Welche Maßnahmen plant die Union zur Vermeidung von Plastikabfällen in der Landwirtschaft?

Antwort:

Der Einsatz von Folien zu Kultursteuerung wird im Obst- und Gemüsebau immer wichtiger, um die Wünsche der Verbraucher nach gesunden regionalen Lebensmitteln erfüllen zu können und die Wirtschaftlichkeit der Betriebe zu stärken. Der Einsatz von Folien muss aber noch umweltfreundlicher werden. Ganz generell wollen wir als CDU und CSU Kunststoffabfälle in allen Bereichen reduzieren und die Wiederverwertung voranbringen. Das gilt auch für die Landwirtschaft. Deshalb unterstützen wir die Entwicklung von je nach Einsatzbereich wiederverwertbaren und langlebigen oder sehr gut abbaubaren oder leicht recyclingfähigen Folien. Hierbei vertrauen den Kräften des Marktes und auf die Eigenverantwortung der Wirtschaftsakteure. Wir setzen darauf, dass bundesweites Rücknahme- und Verwertungskonzept für Erntekunststoffe noch stärker im Sinne der Kreislaufwirtschaft angenommen werden und unterstützen hierfür bestehende Branchen-Initiativen.

  1. Die Westbalkanregelung regelt den Zugang von ungelernten Arbeitskräften nach Deutschland, (z.B. Erntehelfer). Probleme bestehen, z.B. lange Wartezeiten für die Visavergabe. Plant die Union Verbesserungen, z.B. mehr Gruppenverfahren oder vereinfachte Einreise für langjährige Erntehelfer?

Antwort:

CDU und CSU setzen auf die Zuwanderung von Fachkräften. Dabei werden wir Erleichterungen bei der Einreise für langjährige zuverlässige Erntehelfer aus den West-Balkan-Staaten prüfen. Auch Gruppenverfahren sind als Pilotprojekte zu prüfen. Eine vereinfachte Einreise darf jedoch nicht die Einwanderung in die sozialen Sicherungssysteme begünstigen. Wir werden uns daher prioritär dafür einsetzen, dass sich die Wartezeiten durch eine bessere Personalausstattung und Möglichkeiten der digitalen Verwaltung deutlich verkürzen.

  1. In bestimmten Sektoren, u.a. dem Pflegebereich, gibt es Pilotprojekte zur Anwerbung von Nicht-EU-Ausländern, auch aus dem nichteuropäischen Raum. Welche Maßnahmen plant die Union, um auch der Landwirtschaft den Zugang zu weiteren dringend benötigten Arbeitskräften zu ermöglichen?

Antwort:

In Deutschland gibt es weiterhin ein hohes Interesse an der Ausbildung in Grünen Berufen. Der häufigste Mangel liegt im Bereich der Hilfskräfte. Vor dieser Herausforderung stehen fast alle Wirtschaftsbereiche. Den Fachkräfteausbildung/-gewinnung wollen wir durch ein Bündel an Maßnahmen unterstützen. Hierzu zählt insbesondere eine weitere Aufwertung des Images der landwirtschaftlichen Tätigkeit und Smart Farming. Wir werden prüfen, ob bestehende Austauschprogramme weiter gestärkt werden können und ob weitere Pilotprojekte zu einem Abbau des Arbeitskräftemangels beitragen können.

  1. Die Doppelkennzeichnung der Herkunftsländer von Produkten im Einzelhandel verunsichert Kunden. Daher sollte die Herkunft der wesentlichsten Rohstoffe genannt werden. Um den sinkenden Selbstversorgungsgrad bei Obst & Gemüse aufzuhalten, brauchen heimische Produkte „ein Gesicht“. Was plant die Union?

Antwort:

CDU und CSU wollen, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher klar erkennen können, was in den Lebensmitteln steckt, woher sie kommen und wie sie erzeugt wurden. So bringen wir sie auch wieder näher mit der Landwirtschaft zusammen. Bei den meisten frischen Obst- und Gemüsearten ist die Angabe des Ursprungslands bereits verpflichtend. Wir setzen uns auf EU-Ebene für eine aussagekräftige und besser erkennbare Herkunftskennzeichnung für weitere Lebensmittel ein. Eine für den Verbraucher irreführende Doppelkennzeichnung ist grundsätzlich nicht zulässig und von uns auch nicht gewünscht, da hier Verbrauchertäuschung droht. Dort wo es Regelungslücken gibt, werden wir prüfen, wie diese geschlossen werden können. Da immer mehr Menschen Wert auf regionale Lebensmittel legen und sie damit die heimische Landwirtschaft und die regionalen Wirtschaftskreisläufe stärken, wollen wir zudem Regionalität besser sichtbar machen und das sogenannte Regionalfenster als Kennzeichnung weiterentwickeln. Darüber hinaus werden wir mit der Branche eine Nationale Lebensmittel-Agentur auf den Weg bringen. Sie soll für heimische regionale Produkte, unsere hohen Standards und unsere Art zu produzieren werben. So wollen wir mehr Wertschätzung für unsere Lebensmittel und unsere Landwirtschaft erreichen.

  1. Die Wasserverfügbarkeit ist ein wichtigster Produktionsfaktor für Obst- und Gemüsebetriebe. Daher müssen für den regionalen Anbau Wasserrechte vorrangig eingeräumt werden. Die wassersparende Bewässerung sowie Wasserspeicher sollten weiter gefördert werden. Was plant die Union hierzu?

Antwort:

Landwirtschaftliche Kulturen, insbesondere die empfindlichen Obst- und Gemüsekulturen, sind zwingend auf eine ausreichende Wasserversorgung angewiesen. Sie dienen unserer Ernährung, was in der nationalen Wasserstrategie und im Ausgleich mit anderen Interessen entsprechend berücksichtigt werden muss. Um eine ausreichende Wasserversorgung auch unter den Bedingungen des Klimawandels sicherzustellen und Nutzungskonflikte zu vermeiden, werden wir die Betriebe bei der Entwicklung angepasster Anbaumethoden und angepasster Pflanzen sowie beim Einsatz ressourcenschonender Bewässerungstechnologien unterstützen. Vor allem Dingen gilt es neue Schwerpunkte im Wassermanagement zu setzen. Statt unseres bisherigen Wassermanagements einschließlich der entsprechenden Technikentwicklung, das weitgehend auf die Dränage von Wasser ausgerichtet ist, gilt es das Wasser in Zukunft viel stärker in der Fläche zu halten.

Download: WPS_CDU_Netzwerk2021

  1. Die landwirtschaftlichen Sonderkulturen sind auf ausländische Erntehelferinnen und Erntehelfer angewiesen. Was wird die SPD in der kommenden Legislaturperiode tun, um den Zugang zu Arbeitskräften auch aus dem Nicht-EU-Ausland zu gewährleisten?

Antwort:

Deutschland ist ein Einwanderungsland und auf qualifizierte Einwanderung angewiesen. Einwanderung muss in transparenten und rechtssicheren Verfahren ablaufen; zu diesem Zweck haben wir das Fachkräfteeinwanderungsgesetz geschaffen. Mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz wird die Einwanderung erstmals nicht nur für Hochqualifizierte, sondern auch für alle Fachkräfte mit Berufsausbildung geöffnet. Eine Öffnung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes auch für Ungelernte lehnen wir ab. Diese Arbeitskräfte können im Rahmen der Freizügigkeit in Europa und über die Arbeitssuche aus den Staaten des Westbalkans bereits hier Arbeit aufnehmen. Darüberhinausgehend sehen wir derzeit keinen gesetzgeberischen Handlungsbedarf.

  1. Welche Pläne hat die SPD in der kommenden Legislaturperiode zum Mindestlohn und zur Mindestlohnkommission?

Antwort:

Wer den ganzen Tag arbeitet, muss von seiner Arbeit ohne zusätzliche Unterstützung leben können. Auch das ist eine Frage des Respekts. Wir werden den gesetzlichen Mindestlohn zunächst auf mindestens zwölf Euro erhöhen und die Spielräume der Mindestlohnkommission für künftige Erhöhungen ausweiten.

  1. Die 70-Tage Regelung bei der sozialversicherungsfreien Beschäftigung ist eine wichtige Maßnahme in der Landwirtschaft. Während der Corona-Krise wurde sie unbürokratisch ausgeweitet (115 bzw. 102 Tage). Was plant die SPD zu dieser Regelung?

Antwort:

Die Corona-Krise hat erneut gezeigt, dass die soziale Sicherung der Minijobs unzureichend ist. Unser Ziel ist, alle Beschäftigungsverhältnisse in die soziale Sicherung einzubeziehen. Dabei wird es Übergänge für bestehende Arbeitsverhältnisse und Ausnahmen für bestimmte Gruppen wie zum Beispiel Rentner*innen geben. Um die Nettoeinkommen von gering Verdienenden zu erhöhen, heben wir die Gleitzone der Midi-Jobs auf 1.600 Euro an. In dieser Zone zahlen die Arbeitnehmer*innen geringere Beiträge, ohne dass sie dadurch einen geringeren Rentenanspruch haben.

  1. Auf EU- und -Bundesebene werden weitere Maßnahmen zur Plastikvermeidung angestrebt. Erntefolien sind bei den Sonderkulturen wichtig, auch um z.B. den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren. Welche Maßnahmen plant die SPD zur Vermeidung von Plastikabfällen in der Landwirtschaft?

Antwort:

In Deutschland steht der Natur-, Arten- und Gewässerschutz vor großen Herausforderungen. In der Agrarpolitik besteht dringender Handlungsbedarf, um diesen Herausforderungen gerecht zu werden. Es muss der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmittel nachweislich reduziert werden. Dazu setzen wir insbesondere auf gezielte (finanzielle) Anreize, beispielsweise für die Anschaffung neuer Technik, den freiwilligen Verzicht und für die verstärkte Nutzung von resistenten Sorten, aber auch die Steigerung des Anteils ökologisch wirtschaftender Betriebe stellt in diesem Kontext einen Schlüssel dar. Durch die Reduktion von Dünge- und Pflanzenschutzmittel wollen wir Gewässer-, Boden-, und Luftverschmutzung reduzieren und die bestehende Biodiversität schützen.

  1. Westbalkanregelung – Die o.a. Regelung regelt den Zugang von ungelernten Arbeitskräften nach Deutschland, (z.B. Erntehelfer). Viele Engpässe bestehen, z.B. lange Wartezeiten für die Visavergabe. Inwieweit plant die SPD Vereinfachungen, z.B. mehr Gruppenverfahren oder vereinfachte Regelungen f. langjährige Erntehelfer?

Antwort:

Siehe Antwort zu Frage 1. Darüber hinaus sehen wir keinen gesetzgeberischen Handlungsbedarf.

  1. In bestimmten Sektoren, u.a. dem Pflegebereich, gibt es Pilotprojekte zur Anwerbung von Nicht-EU-Ausländern, auch aus dem nichteuropäischen Raum. Welche Maßnahmen plant die SPD, um auch der Landwirtschaft den Zugang zu weiteren dringend benötigten Arbeitskräften zu ermöglichen?

Antwort:

Sollte es trotz der Einführung eines Mindestlohns von 12 Euro weiterhin Bedarf an Saisonkräften aus dem Nicht-EU-Ausland geben, werden wir uns dafür einsetzen, dass Abkommen mit Nicht-EU-Ländern schnell und bedarfsgerecht geschlossen werden können. Voraussetzung ist die Sozialversicherungspflicht für alle Arbeitnehmer*innen. Die Durchsetzung von geltendem Arbeitsrecht und Arbeitsschutz bei Saisonarbeitnehmer*innen sollte verbessert werden.

  1. Doppelkennzeichnung der Herkunftsländer von Produkten im Einzelhandel verunsichert Konsumenten. Bei Verarbeitungsprodukten sollte die Herkunft der Rohstoffe genannt werden. Um die sinkende Selbstversorgung bei Obst aufzuhalten, brauchen heimische Produkte „ein Gesicht. Was will die SPD?

Antwort:

Wir setzen uns für einen EU-weit verpflichtenden Nutriscore ein. Der Nutriscore ist bereits in mehreren EU-Ländern etabliert und hat bewiesen, dass er leicht verständlich ist und wirkt. In Deutschland nutzen ihn bereits immer mehr Unternehmen freiwillig. Der Nutriscore erleichtert Verbraucher*innen die Wahl des gesünderen Produkts auf einen Blick. Da die Kennzeichnung von Lebensmitteln in der EU-Lebensmittelinformationsverordnung geregelt wird, kann eine verpflichtende Regelung nur auf EU-Ebene erfolgen. Dafür muss sich Deutschland in Brüssel einsetzen.

  1. Die Wasserverfügbarkeit ist ein wichtigster Produktionsfaktor für Obst- und Gemüsebetriebe. Daher müssen für den regionalen Anbau Wasserrechte vorrangig eingeräumt werden. Die wassersparende Bewässerung sowie Wasserspeicher sollten weiter gefördert werden. Was plant die SPD hierzu?

Antwort:

Die SPD will eine zukunftsfähige, umweltschonende und gesellschaftlich akzeptierte Landwirtschaft. Fruchtbare Böden, eine hohe biologische Vielfalt, reine Luft und sauberes Wasser sind die natürlichen Ressourcen, die es zu schützen gilt. Wir brauchen einen grundlegenden Systemwechsel, weg von der bisherigen Exportorientierung und hin zu regionalen Nährstoff- und Wirtschaftskreisläufen. Dies kann nur gelingen, wenn wir die zukünftige Entwicklung konsequent auf eine gesunde und nachhaltige Ernährung, den Schutz von Umwelt, Tieren und Klima sowie den ökonomisch tragfähigen Erhalt unserer vielgestaltigen Agrarlandschaft ausrichten. Dazu ein Positionspapier der SPD-Fraktion unter: https://www.spdfraktion.de/system/files/documents/fraktionsbeschluss_agrarpolitik_20201117.pdf

Download: WPS_SPD_Netzwerk2021

  1. Ohne ausländische Erntehelfer kommen die Sonderkulturen auch zukünftig, speziell der Spargel- und Beerenobstanbau in Deutschland, nicht aus. Wie können die Grünen in der kommenden Bundesregierung den Zugang von Arbeitskräften aus dem Nicht-EU-Ausland gewährleisten?

Antwort:

Wir GRÜNE halten attraktive Löhne und Arbeitsbedingungen für den besten Weg, Arbeitskräfte zu gewinnen und zu halten. Das gilt für EU-Bürger*innen genauso wie für Arbeitskräfte aus Drittstaaten. Daher setzen wir uns dafür ein, dass der allgemeine Mindestlohn erhöht wird und es leichter wird, branchenweit Tarifverträge zu vereinbaren. Das sorgt auch für mehr Interesse an der Saisonarbeit ohne hierzulande den Wettbewerb zu verzerren. Für leichtere Einwanderung von Arbeitskräften sorgen wir mit einem Einwanderungsgesetz. Mit einer Talentkarte, schnellerer Anerkennung ausländischer Bildungs- und Berufsabschlüsse und der Möglichkeit zum Spurwechsel für Geflüchtete bekommen auch Arbeits- und Fachkräfte aus dem Ausland eine berufliche Perspektive in Deutschland.

  1. Der Mindestlohn wie er gerade besteht und zukünftig ausgebaut werden soll, sowie auch die Arbeit der Mindestlohnkommision werden derzeit im Wahlkampf durch alle politischen Parteien attackiert. Wie werden sich die Grünen zukünftig dem Thema Mindestlohn stellen?

Antwort:

Wir GRÜNE halten den Mindestlohn für ein zentrales Instrument, um Erwerbsarmut zu vermeiden. Wer Vollzeit arbeitet, muss von seinem Lohn ohne aufstockende staatliche Leistungen leben können. Deshalb werden wir den allgemeinen Mindestlohn auf 12€ pro Stunde erhöhen und dafür sorgen, dass er auch in Zukunft gegen Armut schützt.

  1. Die sozialversicherungsfreie Beschäftigung ist normalerweise auf 70 Tage befristet. Sie wurde dieses und vergangenes Jahr coronabedingt verlängert. Nun fordern einige politische Akteure, diese Zeit auf unter 50 Tage zu reduzieren. Wie stehen die Grünen auch langfristig zu dieser Diskussion?

Antwort:

In der Saisonarbeit, die übrigens zum Großteil nicht in der Landwirtschaft stattfindet, gibt es zu viel prekäre Beschäftigung ohne Sozialversicherungsschutz. Hier trifft häufig körperlich schwere Arbeit auf karge Löhne und schlechte Unterkünfte. Diese Ungerechtigkeiten wollen wir GRÜNE beenden. Deshalb setzen wir uns für höhere Mindeststandards für Unterkünfte sowie die Abschaffung der sozialversicherungsfreien kurzfristigen Beschäftigung ein.

  1. Mit dem Pilotprojekt „5000 Georgier als Erntehelfer für die Landwirtschaft“ in Deutschland, wurden erstmals Nicht-EU-Ausländer als Erntehelfer „zugelassen“. Was planen die Grünen um weiteren dringend benötigten Erntehelfern den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern?

Antwort:

Wie schon unter Nr. 1 ausgeführt, werden wir GRÜNE dafür sorgen, dass sowohl geflüchtete als auch arbeitssuchende Menschen aus dem Ausland hierzulande arbeiten können.

  1. Plastikvermeidung ist ein allgegenwärtiges Thema. Vor allem in den Sonderkulturen werden Folien und Kunststoffnetze zu Schutzzwecken und zum Reduzieren von Pflanzenschutzmitteln eingesetzt. Was planen die Grünen zur Vermeidung von Kunststoffen in der Landwirtschaft?

Antwort:

Wie erwähnt, sehen wir den Einsatz von Folien vor allem in Schutzgebieten kritisch. Eine mechanische Bearbeitung kann hier den Einsatz ersetzen. Wir brauchen daher vor allem für diese Gebiete spezifische Regelungen zum Einsatz von Kunststoffen sowie zur Lagerung und Entsorgung der Folien. Gerade Initiativen wie ERDE-Recycling können hier einen erheblichen umweltfreundlichen Beitrag leisten.

  1. Der Einsatz von Kunststofffolien vor allem im Anbau von Spargel und Beerenobst ist Teil der guten fachlichen landwirtschaftlichen Praxis, auch in Schutzgebieten. Wie stehen die Grünen zur Auslegung der Definition „gute fachliche Praxis“ und Landwirtschaft allgemein in verschiedenen Schutzgebieten?

Antwort:

Grundsatz der guten fachlichen Praxis ist, nichtchemische Maßnahmen anzuwenden, wenn die gewählten Verfahren praktikabel und umweltverträglich sind. Der Einsatz von Folien muss gerade in Schutzgebieten in diesem Lichte gesehen werden. Wir brauchen daher vor allem für diese Gebiete spezifische Regelungen zum Einsatz von Kunststoffen sowie zur Lagerung, Sammlung und Entsorgung der Folien.

  1. Für die Gesunderhaltung der Kulturpflanzen und zur Absicherung der Ernte ist der Einsatz synthetischer und biologischer Pflanzenschutzmittel (PSM) unverzichtbar. Die Zulassungen neuer PSM staut sich bei den Behörden. Welche Maßnahmen planen die Grünen um diesem Zulassungsstau entgegenzuwirken?

Antwort:

Damit die damit betrauten Behörden ihrer Arbeit mit der gebotenen Sorgfalt nachkommen können, müssen sie hierfür angemessen personell ausgestattet sein. Hierfür werden wir GRÜNE uns einsetzen.

  1. Die Nutzung der Ressource Wasser wird gerade viel diskutiert, ist aber ein wichtiger Faktor zur sicheren und regionalen Produktion von Obst und Gemüse im Land. Was planen die Grünen zur Förderung wassersparender Bewässerungen und der Vorrangstellung der Landwirtschaft im regionalen Wasserrecht?

Antwort:

Eine nationale Wasserstrategie muss zuvörderst alles daransetzen, Wasser wo immer möglich in der Landschaft zu halten. Dazu kann die Landwirtschaft entscheidend beitragen. Häufig fließt Wasser über Drainagen und Gräben zu schnell ab. Die Böden müssen so bewirtschaftet werden, dass die Bodenverdunstung geringgehalten wird, das Wasser im Boden versickern kann und dort gehalten wird. Zudem muss der Einsatz effizienter Bewässerungssysteme zum Standard werden. All das muss eine kluge Agrar- und Umweltpolitik fördern. Für die verschiedenen Ansprüche an die Versorgung mit Wasser brauchen wir eine Kaskadenregelung. Grundsätzlich wollen wir GRÜNE Nutzungskonflikte durch eine Optimierung der Wasserinfrastruktur, Schaffung neuer Verbundsysteme und Anreize zum Wassersparen weitestgehend vermeiden, wobei bei dennoch kurzzeitig auftretenden Nutzungskonflikten die lebensnotwendige Trinkwasserversorgung im Zweifel Vorrang hätte.

Download: WPS_Grüne2021

  1. Ohne ausländische Erntehelfer kommen die Sonderkulturen auch zukünftig, speziell der Spargel- und Beerenobstanbau in Deutschland, nicht aus. Wie kann die FDP in der kommenden Bundesregierung den Zugang von Arbeitskräften aus dem Nicht-EU-Ausland gewährleisten?

Antwort:

Wir Freie Demokraten wollen die Einwanderung in den Arbeitsmarkt verständlich und einfach steuern. Dazu fordern wir ein modernes Zwei-Säulen-System. Dieses besteht aus einer überarbeiteten „Blue Card“ als Kerninstrument der Fachkräfteeinwanderung mit Arbeitsplatzangebot, die auch für nicht-akademische Fachkräfte geöffnet werden muss, und der Einführung einer Chancenkarte für ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild, um für Fachkräfte die Möglichkeit zu schaffen, auch ohne Arbeitsplatzangebot zur Arbeitssuche nach Deutschland zu kommen. Die Steuerung soll hier über Kriterien wie Bildungsgrad, Deutsch- oder auch gute Englischkenntnisse, Alter, Berufserfahrung und den aktuellen Fachkräftebedarf am Arbeitsmarkt erfolgen.

  1. Der Mindestlohn wie er gerade besteht und zukünftig ausgebaut werden soll, sowie auch die Arbeit der Mindestlohnkommision werden derzeit im Wahlkampf durch alle politischen Parteien attackiert. Wie wird sich die FDP zukünftig dem Thema Mindestlohn stellen?

Antwort:

Der Mindestlohn wird durch die unabhängige Mindestlohn-Kommission bestimmt. Um Menschen mit kleineren Einkommen wirklich zu unterstützen, wollen wir die Hinzuverdienstgrenzen beim Arbeitslosengeld II reformieren, die Minijob- und Midijob-Grenze erhöhen und sie dynamisch an den gesetzlichen Mindestlohn koppeln. Denn mit jeder Mindestlohnerhöhung reduzieren sich heute die Stunden, die Mini- oder Midijobber arbeiten dürfen. Damit sind sie von der allgemeinen Lohnsteigerung abgeschnitten.

  1. Die sozialversicherungsfreie Beschäftigung ist normalerweise auf 70 Tage befristet. Sie wurde dieses und vergangenes Jahr coronabedingt verlängert. Nun fordern einige politische Akteure, diese Zeit auf unter 50 Tage zu reduzieren. Wie steht die FDP auch langfristig zu dieser Diskussion?

Antwort:

Wir Freie Demokraten sehen die Möglichkeit der sozialversicherungsfreien Beschäftigung für Saisonarbeitskräfte als wichtiges Instrument, um die regionale Produktion von Lebensmitteln zu gewährleisten. Die spezialisierten und arbeitsteilig organisierten Wertschöpfungsketten in der Land- und Ernährungswirtschaft zeichnen sich besonders im Obst- und Gemüsebau durch enge Arbeits- und witterungsbedingte Zeitfenster, wie etwa bei dem Anbringen von Rankdrähten im Gemüse- oder Hopfenanbau oder bei der Spargelernte, aus. Durch einen reibungslosen Ablauf der Arbeitsprozesse werden nicht nur Ernteverluste reduziert, sondern auch die Versorgung mit Lebensmitteln in ausreichender Menge und höchster Qualität gestärkt. Die anhaltende Corona-Pandemie verursachte infolge von Grenzschließungen im vergangenen Jahr und notwendiger Kontaktreduzierungen jedoch erhebliche Einschränkungen in der Land- und Ernährungswirtschaft. Die von der Branche erarbeiteten Hygiene- und Arbeitsschutzkonzepte, um Infektionsketten zu unterbrechen und zugleich betriebsnotwendige Arbeitsabläufe aufrecht zu halten. Zur Vermeidung unnötiger Reisetätigkeiten und zur Gewährleistung einer ausreichenden Anzahl verfügbarer Saisonarbeitskräfte war die Ausweitung der sogenannten 70-Tage-Regelung auf 115 Tage zwingend notwendig. Die diesjährige Regelung mit einer Ausweitung auf 102 Tage wurde unserer Ansicht nach viel zu spät umgesetzt, wodurch Landwirte zu Beginn der Saison nicht hinnehmbar im Ungewissen gelassen wurden. Zudem wäre eine Ausweitung auf 115 Tage auch in diesem Jahr aufgrund der anhaltenden Pandemie angemessen. Langfristig wollen wir Freie Demokraten die heimische landwirtschaftliche Produktion verlässlich, auch mit dem Erhalt des Instruments der sozialversicherungsfreien Beschäftigung und unbürokratischen Regelungen stärken.

  1. Mit dem Pilotprojekt „5000 Georgier als Erntehelfer für die Landwirtschaft“ in Deutschland, wurden erstmals Nicht-EU-Ausländer als Erntehelfer „zugelassen“. Was plant die FDP um weiteren dringend benötigten Erntehelfern den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern?

Antwort:

Wir Freie Demokraten wollen dem Mangel an verfügbaren Erntehelfern mit konstruktiven Lösungen entgegenwirken. Die Probleme, die fehlende Arbeitskräfte für viele landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland bedeuten, haben auch Auswirkungen auf die Versorgung mit sicheren und qualitativ hochwertigen, regional produzierten Lebensmitteln. Deshalb wollen wir Freie Demokraten die Einwanderung in den deutschen Arbeitsmarkt, besonders für Fach- und Saisonarbeitskräfte für die Landwirtschaft, verständlich und einfach regeln. Darüber hinaus machen wir uns für weitere unbürokratische und praktikable Regelungen stark, um Ernteausfälle zu vermeiden.

  1. Plastikvermeidung ist ein allgegenwärtiges Thema. Vor allem in den Sonderkulturen werden Folien und Kunststoffnetze zu Schutzzwecken und zum Reduzieren von Pflanzenschutzmitteln eingesetzt. Was plant die FDP zur Vermeidung von Kunststoffen in der Landwirtschaft?

Antwort:

Wir Freie Demokraten wollen Landwirtinnen und Landwirten auch weiterhin den Einsatz von Folien und Kunststoffnetzen zum Schutz ihrer landwirtschaftlichen Kulturen ermöglichen. Mit ihnen lässt sich nicht nur der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren, der Wasserhaushalt wirksam regulieren und die Erntequalität erhalten. Auch profitiert der Verbraucher davon, somit heimische Erzeugnisse in hoher Qualität über einen langen Zeitraum zur Verfügung zu haben, was den regionalen Anbau stärkt. Kunststoffe, die im landwirtschaftlichen Bereich verwendet werden, müssen ordnungsgemäß entsorgt werden und bringen den Vorteil mit sich, dass sie vielfältig einsetzbar und günstig sind. Wir Freie Demokraten werden uns bei der ökologischen Bewertung von Produkten aus Kunststoff und alternativen Materialien wie Papier und Glas konsequent an Ökobilanzen orientieren. Kunststoffe sind vielfältig einsetzbar und günstig. Durch ihr geringes Gewicht wird CO2 eingespart. Ökobilanzen machen die Umweltwirkung von Produkten transparent und ermöglichen eine wissenschaftsbasierte Bewertung, auf deren Basis notwendige Regulierungen erfolgen können.

  1. Der Einsatz von Kunststofffolien vor allem im Anbau von Spargel und Beerenobst ist Teil der guten fachlichen landwirtschaftlichen Praxis, auch in Schutzgebieten. Wie steht die FDP zur Auslegung der Definition „gute fachliche Praxis“ und Landwirtschaft allgemein in verschiedenen Schutzgebieten?

Antwort:

Wir Freie Demokraten wollen Umwelt- und Klimaschutz ergebnisorientiert und durch marktwirtschaftliche Instrumente erreichen, nicht durch pauschale Bewirtschaftungsverbote, Auflagen und starre Regulierung für die Landwirtschaft. Wir wollen kooperative Ansätze und Naturschutzkooperationen von Landwirten und Naturschutzverbänden stärken und setzen auf den eigentumsfreundlichen Vertragsnaturschutz. Die sogenannte „gute fachliche Praxis“ ist dabei die Grundlage einer nachhaltigen, umweltgerechten und zukunftssicheren landwirtschaftlichen Bewirtschaftung, die neben der Einhaltung geltender rechtlicher Bestimmungen stets Innovationen und Zukunftstechnologien im Blick hat.

  1. Für die Gesunderhaltung der Kulturpflanzen und zur Absicherung der Ernte ist der Einsatz synthetischer und biologischer Pflanzenschutzmittel (PSM) unverzichtbar. Die Zulassungen neuer PSM staut sich bei den Behörden. Welche Maßnahmen plant die FDP um diesem Zulassungsstau entgegenzuwirken?

Antwort:

Wir Freie Demokraten wollen, dass die Landwirtschaft auch in Zeiten des Klimawandels gesunde Pflanzen ernten kann. Wir fordern daher ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel, das auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert, sowie ein Update für das EU-Gentechnikrecht. Umweltdaten müssen europaweit einheitlich erhoben und eventuell notwendige Gegenmaßnahmen verursachergerecht umgesetzt werden. Mittel für den Pflanzen- und Vorratsschutz schützen die Ernte auf dem Feld und im Silo. Die gute fachliche Praxis in der Landwirtschaft erfordert die Verfügbarkeit innovativer Pflanzenschutzmittel mit unterschiedlichen Wirkmechanismen. Wir wollen die Zulassungsprozesse sicherstellen, um gesunde Ernten zu erhalten. Neue Züchtungstechniken bieten mit hochpräzisen und kostengünstigen biotechnologischen Eingriffen umweltfreundliche Lösungen, die von natürlichen Mutationen nicht zu unterscheiden sind. Widerstandsfähige Pflanzen können den Einsatz von Pflanzenschutz und Dünger erheblich verringern.

  1. Die Nutzung der Ressource Wasser wird gerade viel diskutiert, ist aber ein wichtiger Faktor zur sicheren und regionalen Produktion von Obst und Gemüse im Land. Was plant die FDP zur Förderung wassersparender Bewässerungen und der Vorrangstellung der Landwirtschaft im regionalen Wasserrecht?

Antwort:

Wir Freie Demokraten wollen der Land- und Forstwirtschaft die Anpassung an Klimaveränderungen erleichtern. Dazu setzen wir auf Hilfe zur Selbsthilfe. Wir wollen es den Betrieben der Land- und Forstwirtschaft ermöglichen, mit steuerbefreiten Risikoausgleichsrücklagen in guten Jahren besser für Dürren und andere Folgen des Klimawandels vorzusorgen. Auf diese Weise werden sie unabhängiger von staatlichen Notprogrammen. Zudem wollen wir einen Paradigmenwechsel im Wasserbau, um zukünftig ausreichende Wasservorräte für das Pflanzenwachstum verfügbar zu halten. Dazu werden wir einen Nationalen Aktionsplan für Gewässer und Wassermanagement erarbeiten. Wir wollen die europaweite Verfügbarkeit wirksamer und moderner Pflanzenschutzmittel sicherstellen. Nationale Alleingänge diesbezüglich lehnen wir ab.

Download: WPS_FDP2021

  1. Ohne ausländische Erntehelfer kommen die Sonderkulturen auch zukünftig, speziell der Spargel- und Beerenobstanbau in Deutschland, nicht aus. Wie kann die Linke in der kommenden Bundesregierung den Zugang von Arbeitskräften aus dem Nicht-EU-Ausland gewährleisten?

Antwort:

Die zahlreichen Skandale um Lohnbetrug, überlange Arbeitszeit und schlechte Unterkünfte haben dem Ruf der deutschen Spargel- oder Gemüsebauern im europäischen Ausland massiv geschadet. Deshalb liegt hier der Schlüssel, um über nachhaltige Verbesserungen wieder als Arbeitgeber attraktiv zu werden. Stattdessen auf Arbeitskräfte aus dem Nicht-EU-Ausland zurückzugreifen, entspricht nicht unserer Position. DIE LINKE setzt sich zuallererst für gute Arbeits- und Unterkunftsbedingungen für ausländische Erntehelfer*innen ein. Die Beschäftigten haben ein Recht auf den vollen Lohn und sollen ein transparentes Zeiterfassungssystem nutzen können. Ausnahmen von der Sozialversicherungspflicht lehnen wir ab. In Absprache mit den Bundesländern sollen mehr Kontrollen der Arbeits-, Unterbringungs- und Entlohnungsbedingungen durchgeführt und eklatante Verstöße sanktioniert werden. Für die private Arbeitsvermittlung von Arbeitskräften nach Deutschland mit Sitz im In- und Ausland sollen verbindliche Qualitätsstandards und ein Zertifizierungssystem entwickelt werden.

  1. Der Mindestlohn wie er gerade besteht und zukünftig ausgebaut werden soll, sowie auch die Arbeit der Mindestlohnkommision werden derzeit im Wahlkampf durch alle politischen Parteien attackiert. Wie wird sich DIE LINKE zukünftig dem Thema Mindestlohn stellen?

Antwort:

DIE LINKE fordert einen gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 13 Euro sowie eine jährliche Anpassung gemäß der Tariflohnentwicklung. Das Mindestlohngesetz und die Geschäftsordnung der Mindestlohnkommission sollen dies sicherstellen und entsprechend reformiert werden.

  1. Die sozialversicherungsfreie Beschäftigung ist normalerweise auf 70 Tage befristet. Sie wurde dieses und vergangenes Jahr coronabedingt verlängert. Nun fordern einige politische Akteure, diese Zeit auf unter 50 Tage zu reduzieren. Wie steht DIE LINKE auch langfristig zu dieser Diskussion?

Antwort:

DIE LINKE setzt sich für eine volle Sozialversicherungspflicht ab dem ersten Einsatztag ein. Es kann nicht sein, dass Saisonarbeitskräfte ohne Krankenversicherung auf deutschen Feldern schuften oder selbst über viele Jahre hinweg keine Rentenansprüche aufbauen. Voraussetzung für die sozialabgabenfreie „kurzfristige Beschäftigung“ ist, dass diese durch den Arbeitnehmenden nicht berufsmäßig ausgeübt wird und nur eine wirtschaftlich untergeordnete Einkommensquelle ist. Überprüft wird das jedoch kaum und die Vermutung liegt nahe, dass die Saisonarbeit in den meisten Fällen zur Haupteinnahmequelle geworden ist. So wurde aus der Ausnahmeregelung, die ursprünglich nur für Schülerinnen und Schüler sowie Studierende gedacht war, der Regelfall sozial ungesicherter Arbeitsverhältnisse. Das wollen wir ändern.

  1. Mit dem Pilotprojekt „5000 Georgier als Erntehelfer für die Landwirtschaft“ in Deutschland, wurden erstmals Nicht-EU-Ausländer als Erntehelfer „zugelassen“. Was plant DIE LINKE um weiteren dringend benötigten Erntehelfern den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern?

Antwort:

Für DIE LINKE ist entscheidend, dass inländische wie ausländische Erntehelfer und Erntehelferinnen mindestens den geforderten gesetzlichen Mindestlohn von 13 Euro (siehe Antwort auf Frage 2.) verdienen und sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden. Wir wollen Sozialdumping bei der Entsendung nach Deutschland beenden: Sozialversicherungsbeiträge sollen künftig im Zielland bezahlt werden und die Anmeldung soll eine Woche vor Einsatzbeginn beantragt werden müssen.

  1. Plastikvermeidung ist ein allgegenwärtiges Thema. Vor allem in den Sonderkulturen werden Folien und Kunststoffnetze zu Schutzzwecken und zum Reduzieren von Pflanzenschutzmitteln eingesetzt. Was plant DIE LINKE zur Vermeidung von Kunststoffen in der Landwirtschaft?

Antwort:

Kunststofffolien sollten nur dort eingesetzt werden, wo sie dringend nötig sind, sie sollten durch umweltfreundlichere, ressourcenschonende Materialien ersetzt und Sonderkulturanbauern dabei finanziell unterstützt werden. Hierfür muss die Forschung zu alternativen Materialien und Anbaumethoden und die Überführung in die Praxis gefördert und durch kostenfreie Beratung unterstützt werden. Dazu gehört auch eine Gesamtstrategie für eine Kaskadennutzung von stofflich und energetisch genutzter Biomasse mit Lösung der Flächennutzungskonflikt.

  1. Der Einsatz von Kunststofffolien vor allem im Anbau von Spargel und Beerenobst ist Teil der guten fachlichen landwirtschaftlichen Praxis, auch in Schutzgebieten. Wie steht die Linke zur Auslegung der Definition „gute fachliche Praxis“ und Landwirtschaft allgemein in verschiedenen Schutzgebieten?

Antwort:

Die gute fachliche Praxis und damit der integrierte Pflanzenschutz ist aus Sicht der LINKEN ein wichtiges Fundament in der Landwirtschaft. Natürlich muss diese verbindlich geregelt, durch geeignete Instrumente umgesetzt und von der Politik angemessen unterstützt werden. Bislang ist eine „erhebliche Beeinträchtigung von Natura 2000-Gebieten durch Spargelanbau unter Folie“ nicht nachgewiesen, „Beobachtungen in der Nähe größerer Anbauflächen von Spargel unter Folie zeigten jedoch einen gegenüber anderen Flächen geringeren Bestand an geschützten Vogelarten und Einzelexemplaren pro Art“ (vgl. Parlamentarischer Beratungsdienst Landtag Brandenburg: „Spargelanbau unter Folie und Natura 2000-Gebiete“, 09.06.2017). Generell sollte nach Ansicht der LINKEN gerade in Schutzgebieten die Landnutzung nicht dem Schutzzweck entgegenstehen. Ist hierfür mit erheblichen Belastungen, Einschränkungen etc. für Landwirt:innen zu rechnen, so sind diese angemessen zu entschädigen.

  1. Für die Gesunderhaltung der Kulturpflanzen und zur Absicherung der Ernte ist der Einsatz synthetischer und biologischer Pflanzenschutzmittel (PSM) unverzichtbar. Die Zulassungen neuer PSM staut sich bei den Behörden. Welche Maßnahmen plant DIE LINKE um diesem Zulassungsstau entgegenzuwirken?

Antwort:

In den Zulassungsbehörden wurde – auch aufgrund unseres wiederholten Drucks – mehr Personal eingestellt. Darüber hinaus muss das Genehmigungsverfahren für Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe transparent, unabhängig und umfassend sein, d. h. zu prüfen sind nicht nur Wirk- sondern auch potentielle Beistoffe und Abbauprodukte sowie kumulative, chronische oder langfristige Effekte auf Ziel- und Nichtzielorganismen sowie das Verhalten in der Umwelt, einschließlich der Ausbringungstechnik. Anwendende müssen sich darauf verlassen können, dass zugelassene Pflanzenschutzmittel nicht gesundheitlich oder ökologisch gefährlich sind. Die Forschung zu alternativem Pflanzenschutz und Pflanzenstärkung oder zu präventiven Anbaukonzepten muss gestärkt und die zügige Überführung in die Praxis z. B. durch unabhängige Beratung unterstützt werden. Zudem setzt DIE LINKE zu aller erst auf die Stärkung der Pflanzengesundheit noch vor dem Mitteleinsatz.

  1. Die Nutzung der Ressource Wasser wird gerade viel diskutiert, ist aber ein wichtiger Faktor zur sicheren und regionalen Produktion von Obst und Gemüse im Land. Was plant die Linke zur Förderung wassersparender Bewässerungen und der Vorrangstellung der Landwirtschaft im regionalen Wasserrecht?

Antwort:

Unsere Ernährung ist ein hohes Gut. Die Landwirtschaft ist somit für DIE LINKE sowohl steuerlich als auch – wo angemessen – rechtlich zu entlasten. Andererseits ist Wasser ein begrenzt verfügbares, öffentliches Gut. Nutzungskonflikte werden angesichts der immer häufiger auftretenden Dürren zunehmen. Umso wichtiger sind Konzepte, die eine Teilhabe nach gesellschaftlichem Interesse ebenso sichern wie einen sehr sorgsamen Umgang und sparsame Nutzung. DIE LINKE strebt einen Selbstversorgungsgrad von hundert Prozent in Deutschland an. Bei Obst und Gemüse sind wir aktuell bei knapp 30 Prozent und bei einigen Kulturen, die gerade zur gesunden Ernährung notwendig sind, wird es ohne zusätzliche Bewässerung nicht gehen. Diese müssen Vorrang haben und sie müssen bei wassersparenden Konzepten unterstützt werden. Freihandelsabkommen wie Mercosur, die beispielsweise Äpfel und Birnen aus Übersee billiger importieren helfen, schaden der einheimischen Landwirtschaft. Das lehnen wir ab.

Download: WPS_Linke2021

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